Personalmagazin, Februar 2018 – Das internationale Beratungshaus Mercer hat im Januar die deutsche HR-Beratung Promerit zu 100 Prozent übernommen. Wie es weitergeht und was sich durch die Übernahme ändert, erklären Mercer-Geschäftsführer Achim Lüder und Promerit-Vorstand Kai Anderson im Interview.

personalmagazin: Mercer beschäftigt 600 Mitarbeiter in Deutschland, weltweit 22.000. Sie haben einen klaren Schwerpunkt in den Bereichen betriebliche Nebenleistungen und Vergütung. Wie passt ein Unternehmen wie Promerit zu Mercer, das doch eine Strategie- und IT-Beratung ist?
Achim Lüder: Wir finden, dass Promerit sehr gut zu uns passt. Mercer ist in Deutschland sehr stark im Bereich betriebliche Altersvorsorge – erst kürzlich haben wir beispielsweise einen Pensions­fonds gegründet – und in der Vergütungsberatung, doch wir überlegen laufend, wie wir unser Portfolio weiterentwickeln können. Promerit passt zu uns, weil deren Aktivitäten weitgehend komplementär zu unseren sind. Am Ende wollen wir natürlich mehr schaffen als die reine Addition von zwei Unternehmen. Da geht es vor allem um die Digitalisierung und das Zusammenbringen von Menschen und Technik.

personalmagazin: Promerit ist stark von seinen Partnern geprägt. Jetzt kommen Sie, Herr Anderson, in ein internationales Beratungshaus, das von hoher Standardisierung geprägt ist. Warum haben Sie sich so einen Partner ausgesucht?
Kai Anderson: Zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend. Wir haben mit Promerit eine sehr gute Marke geschaffen, aber wir haben es nicht geschafft, über den deutschsprachigen Raum hinauszuwachsen. Für uns hat sich die Frage gestellt, ob wir uns mit der Bundesliga begnügen oder in der Champions League spielen wollen. Das war der eine Grund. Der zweite Grund war, dass wir in den Gesprächen feststellen konnten, dass Mercer und Promerit gemeinsame Werte haben, die eine Zusammenarbeit möglich machen und auf deren Grundlage wir das Geschäft weiterentwickeln können.

personalmagazin: Das müssen Sie mir erklären. Von außen betrachtet sind die Beratungshäuser ziemlich unterschiedlich. Mercer ist ein großes amerikanisch geprägtes Beratungshaus mit standardisierten Prozessen. Promerit pflegt eine Hands-on-Mentalität und hat einen gewissen Charme am Markt entwickelt. 
Anderson: Was uns gemeinsam antreibt, ist die Leidenschaft für das People Management. Die Geschäfte sind unterschiedlich, in den Überzeugungen sind wir eng beieinander.
Lüder: Wir gehören zwar zu einem amerikanischen Konzern und haben einige tausend Kunden, die Lösungen sind aber trotzdem auf die einzelnen Kundenbedürfnisse maßgeschneidert. Standardisierung ist nicht das, was uns prägt. Wir sind Berater und wie Promerit daran interessiert, die besten Lösungen für unsere Kunden zu finden.

Written by promeritcarolin · · News
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