“Wandel muss ganz oben beginnen”

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Interview im Donaukurier – 17. November 2017 – An der Digitalisierung führt für Unternehmen kein Weg vorbei. Doch bei Mitarbeitern lösen Veränderungen häufig Ängste aus. Der Personal-Experte Kai Anderson erklärt, wie Firmen der Wandel in die neue Zeit dennoch erfolgreich gelingen kann.

Herr Anderson, in dem Buch, das Sie gemeinsam mit Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens geschrieben haben, fordern Sie eine “humane Digitalisierung”. Was ist das – und vor allem: Warum brauchen wir das?

Kai Anderson: Digitalisierung ist ein Thema, das sehr kontrovers diskutiert wird – sowohl öffentlich als auch innerhalb von Unternehmen. Für mich war es erstaunlich zu sehen, wie schnell wir über die Risiken der Digitalisierung diskutieren und wie wenig wir über die Chancen sprechen. Für uns als Buchautoren ist Digitalisierung zunächst mal ein Kulturthema. Sie stellt eine sehr große Veränderung dar – und das löst natürlich Ängste aus. Mit diesen Ängsten müssen wir lernen umzugehen. Wir müssen es schaffen, die Menschen mitzunehmen.

 

Welche Ängste plagen denn die Mitarbeiter?

Anderson: Meist ist der Gedanke: Digitalisierung ist Automatisierung. Und Automatisierung ist Rationalisierung. Und Rationalisierung bedeutet Arbeitsplatzverlust. Dieser Gedankengang findet erstaunlicherweise sogar in Technologieunternehmen statt. Wenn zwei neue Roboter angeschafft werden, macht sich Angst breit. Es heißt: “Das sind die Roboter, die uns jetzt die Arbeitsplätze wegnehmen.” Und eben nicht: “Das sind die Roboter, die einen Teil unserer neuen Produkte und Dienstleistungen ausmachen.”

 

Und wie kann man den Mitarbeitern diese Angst nehmen?

Anderson: Viele Unternehmen entwickeln inzwischen Digitalstrategien. Das ist gut. Was zu wenig passiert, ist, dass darüber ein vernünftiger Dialog mit den Mitarbeitern geführt wird. Vor zwanzig Jahren war Strategieentwicklung noch so geheim, dass nicht einmal die Mitarbeiter wissen durften, wohin die Reise geht. Da sind wir heute ein Stück weit davon weggekommen. Das reicht aber nicht aus. Man muss darüber mit den Mitarbeitern diskutieren. Und das erleben wir noch zu selten.

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Written by promeritcarolin · · News, Presse
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